Die nachfolgende Beispielkonfiguration zur Verwendung von ESX/ESXi 4.0 mit dem Dell PowerVault MD3000i-Speicher bietet Best-Practices-Ziele für die Bereitstellung von Multipathing und Lastausgleich für den Internet SCSI (iSCSI)-Speicherdatenverkehr. Diese Ziele lassen sich mit zwei NIC-Ports am ESX-Host für den iSCSI-Datenverkehr und mit der Round-Robin-Pfadauswahlrichtlinie für iSCSI-Volumes erreichen.

Die nachstehende Abbildung zeigt eine Beispielkonfiguration für die Verwendung von ESX/ESXi 4.0-Hosts mit Dell PowerVault MD3000i-Speicher.


 

Ein ESX/ESXi 4.0-Host ist über zwei NIC-Ports (vmnic1 und vmnic4) angeschlossen, die für den iSCSI-Datenverkehr zum PowerVault MD3000i bestimmt sind. Die Ports vmnic1 und vmnic4 sind an die separaten Gigabit Ethernet (GbE)-Switches 1 und 2 angeschlossen. Ethernet-Switch 1 ist mit Controller 0, Port 0 und Controller 1, Port 0 verbunden. Ethernet-Switch 2 ist mit Controller 0, Port 1 und Controller 1, Port 1 verbunden.

Netzwerkkonfiguration des Dell PowerVault MD3000i 

Das Dell PowerVault MD3000i-Array besteht aus zwei aktiven RAID-Controllern. Allerdings ist immer nur jeweils ein RAID-Controller Eigner einer virtuellen Festplatte oder einer logischen Einheit (LUN). Jeder RAID-Controller hat zwei GbE-Ports für den iSCSI-Datenverkehr. Durch die Konfiguration von Controller 0, Port 0 und Controller 1, Port 0 in einem IP-Subnetz sowie Controller 0, Port 1 und Controller 1, Port 1 in einem anderen IP-Subnetz kann sowohl eine Isolierung des Datenverkehrs über physische Ethernet-Segmente (mittels redundanter Ethernet-Switches) als auch Pfadredundanz erreicht werden. Für den Zweck dieser Konfiguration haben die iSCSI-Host-Ports des PowerVault MD3000i die folgende IP-Konfiguration:

Controller 0, Port 0: 192.168.130.101/255.255.255.0
Controller 0, Port 1: 192.168.131.101/255.255.255.0
Controller 1, Port 0: 192.168.130.102/255.255.255.0
Controller 1, Port 1: 192.168.131.102/255.255.255.0

Hinweis: Bei der Verwendung von Jumbo-Frames müssen Sie Jumbo-Frames auf iSCSI-Daten-Ports aktivieren. Wechseln Sie mithilfe der Modular Disk Storage Manager (MDSM)-Schnittstelle zu „iSCSI“ > „Configure iSCSI Host Ports“. Klicken Sie für jeden Port auf „Advanced Host Port Settings“. Aktivieren Sie im Fenster „Advanced Host Port Settings“ das Kontrollkästchen „Enable jumbo frames“, und setzen Sie „MTU size“ auf 9000. Klicken Sie auf „Ok“.

iSCSI-Switch-Konfiguration 

Auf den für den iSCSI-Datenverkehr verwendeten Ethernet-Switches müssen Sie auf Ports, die mit ESX-Hosts und dem PowerVault MD3000i verbunden sind, Jumbo-Frames aktivieren, falls Sie Jumbo-Frames verwenden.

Konfiguration des iSCSI-Speichernetzwerks auf einem ESXi-Host 

Multipathing: Um für den iSCSI-Speicherdatenverkehr Pfadredundanz und Lastausgleich beim Datenverkehr bereitzustellen, werden zwei Netzwerkadapter (vmnic1 und vmnic4) verwendet. Wie in Abbildung 2 gezeigt, ist vmnic1 als Uplink zu vSwitch1 und vmnic4 als Uplink zu vSwitch2 ausgeführt. Die VMkernel-Schnittstellen vmk1 und vmk2 werden über den esxcli-Befehl mit dem Software-iSCSI-Initiator verbunden.

Die Schnittstelle VMkernel-iSCSI1 ist so konfiguriert, dass sie sich im selben IP-Subnetz wie PowerVault MD3000i Controller 0, Port 0 und Controller 1, Port 0 befindet. Die Schnittstelle VMkernel-iSCSI2 ist so konfiguriert, dass sie sich im selben IP-Subnetz wie PowerVault MD3000i Controller 0, Port 1 und Controller 1, Port 1 befindet. Diese Konfiguration ermöglicht zwei aktive Pfade (einen über VMkernel-iSCSI1 und einen über VMkernel-iSCSI2) zu einer LUN, deren Eigner ein PowerVault MD3000i-Controller ist. Wird die Pfadauswahlrichtlinie für eine LUN auf Round Robin (VMware) festgelegt, ist ein Lastausgleich des iSCSI-Datenverkehrs über beide aktive Pfade möglich. Die anderen beiden Pfadauswahlrichtlinien, „Most Recently Used (MRU)“ und „Fixed“, bieten keinen Lastausgleich.

Die folgenden Schritte sind erforderlich, um einen ESX-Host wie im Setup in Abbildung 1 beschrieben zu konfigurieren:

  • Verwenden Sie den VI-Client, um den ESX/ESXi-SW-Initiator auf dem ESX-Host zu aktivieren und einen geeigneten IQN zuzuweisen.
  • Fügen Sie in den Eigenschaften für den iSCSI-SW-Initiator eine IP des PowerVault MD3000i-Hostdaten-Ports für die dynamische Erkennung hinzu. Führen Sie zu diesem Zeitpunkt keinen erneuten Scan des SW-iSCSI-Adapters durch.
  • Fügen Sie den ESX/ESXi-Host manuell zum PowerVault MD3000i hinzu, und erstellen Sie eine Zuordnung zwischen Host und virtueller Festplatte.

 Wenn Sie keine Jumbo-Frames verwenden:

  • Erstellen Sie mit der VI-Client-GUI den virtuellen Switch vSwitch1, und definieren Sie vmnic1 als Uplink.
  • Erstellen Sie mit der VI-Client-GUI den virtuellen Switch vSwitch2, und definieren Sie vmnic4 als Uplink.
  •  Erstellen Sie auf vSwitch1 eine VMkernel-Port-Gruppe mit dem Namen VMkernel-iSCSI1 und der folgenden IP-Konfiguration: 192.168.130.11/255.255.255.0. Belassen Sie das Gateway als Standardverwaltungsnetzwerk-Gateway.
  • Erstellen Sie auf vSwitch2 eine VMkernel-Port-Gruppe mit dem Namen VMkernel-iSCSI2 und der folgenden IP-Konfiguration: 192.168.131.11/255.255.255.0. Belassen Sie das Gateway als Standardverwaltungsnetzwerk-Gateway.
  • Verwenden Sie die VI-Client-GUI (Host->Configuration->Networking), und notieren Sie die VMkernel-Port-Nummern (vmkX). Verbinden Sie die VMkernel-Schnittstellen mit dem iSCSI-Softwareinitiator:
    • $ esxcli swiscsi nic add –n vmk1 –d vmhbaXX.
    • $ esxcli swiscsi nic add –n vmk2 –d vmhbaXX. Dabei steht vmhbaXX für die vmhba-Nummer des iSCSI-Softwareinitiators.
    • Führen Sie einen erneuten Scan des iSCSI-SW-Initiators durch.

Wenn Sie Jumbo-Frames aktivieren möchten, führen Sie die folgenden Schritte zur Einrichtung von VMkernel-Schnittstellen aus. Setzen Sie auf dem ESX-Host oder über RCLI die folgenden CLI-Befehle ab:

  • Erstellen Sie zwei virtuelle Switches, vSwitch1 und vSwitch2, und fügen Sie die Uplinks vmnic1 bzw. vmnic4 hinzu:
    a. $ esxcfg-vswitch –a vSwitch
    b. $ esxcfg-vswitch –a vSwitch2
    c. $ esxcfg-vswitch vSwitch1 –L vmnic1
    d. esxcfg-vswitch vSwitch2 –L vmnic4
  •  Aktivieren Sie die Jumbo-Frames auf den vSwitches:
    a. $ esxcfg-vswitch vSwitch1 –m 9000
    b. $ esxcfg-vswitch vSwitch2 –m 9000
  •  Erstellen Sie VMkernel-Port-Gruppen:
    a. $ esxcfg-vswitch vSwitch1 –A VMkernel-iSCSI1
    b. $ esxcfg-vswitch vSwitch2 –A VMkernel-iSCSI2
  • Erstellen Sie VMkernel-Schnittstellen für den iSCSI-Datenverkehr, und aktivieren Sie Jumbo-Frames auf jeder Schnittstelle:
    a. $ esxcfg-vmknic –a –i 192.168.130.11 –n 255.255.255.0 –m 9000 VMkernel-iSCSI1
    b. $ esxcfg-vmknic –a –i 192.168.131.11 –n 255.255.255.0 –m 9000 VMkernel-iSCSI2
  • Überwachen Sie die Ausgabe des Befehls esxcfg-vmknic, und notieren Sie die VMkernel-Ports mit dem Namen vmkX. Stellen Sie sicher, dass die MTU-Größe für die neu erstellten vmkX-Ports auf 9000 festgelegt ist:
    a. $ esxcfg-vmknic –l
  • Verbinden Sie die VMkernel-Schnittstellen mit dem iSCSI-Softwareinitiator:
    a. $ esxcli swiscsi nic add –n vmk1 –d vmhbaXX
    b. $ esxcli swiscsi nic add –n vmk2 –d vmhbaXX

Dabei steht vmhbaXX für die vmhba-Nummer des iSCSI-Softwareinitiators.

  • Führen Sie einen erneuten Scan des iSCSI-SW-Initiators durch:
    a. $ esxcfg-rescan vmhbaXX

Dabei steht vmhbaXX für das vmhba-Gerät des iSCSI-SW-Initiators.

Führen Sie die folgenden Schritte ungeachtet der Jumbo-Frame-Konfiguration aus:

  • Formatieren Sie die LUNs, die ESX als VMFS zugänglich gemacht werden.
  •  Zur Konfiguration der Round-Robin-Multipathing-Richtlinie mit der VI-Client-GUI müssen Sie die Standard-Pfadauswahlrichtlinie für jede LUN, die dem ESX Server zugänglich gemacht wird, in Round Robin (VMware) ändern. Dies ermöglicht den Lastausgleich über zwei aktive Pfade zur LUN (zwei Pfade über den Controller, der Eigner der LUN ist; die beiden anderen Pfade sollten Standby-Pfade sein).
    a.
    Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Gerät, und wählen Sie „Manage Paths“.

b. Wählen Sie im Dropdown-Menü „Path Selection“ die Option „Round Robin“.
Vor dieser Auswahl hat ein Pfad den Status „Active“, ein weiterer den Status „Active (I/O)“ und die beiden anderen Pfade haben den Status „Stand by“.

c. Nach Auswahl von Round Robin haben zwei Pfade den Status „Active (I/O)“ und die beiden anderen Pfade den Status „Stand by“.

 

d. Wiederholen Sie den Vorgang für jede iSCSI-LUN, die dem ESX 4 Server vom Dell PowerVault MD3000i zugänglich gemacht wird.

Hinweis: Weitere Informationen zur Verwendung von iSCSI-Speicher in Verbindung mit ESX/ESXi 4.0 finden Sie im vSphere iSCSI-Konfigurationshandbuch unter http://vmware.com/pdf/vsphere4/r40/vsp_40_iscsi_san_cfg.pdf.