Was ist Live-Migration?

Live-Migration ermöglicht das Verschieben eines virtuellen Rechners (VM, Virtual Machine) von einem Knoten in einem Failover-Cluster unter Microsoft® Windows Server® 2008 R2 zu einem anderen Knoten, ohne dass mit dem virtuellen Rechner verbundene Anwendungen/Clients eine Unterbrechung des Dienstes bemerken.

Wie funktioniert Live-Migration?

Der Vorgang für die Live-Migration besteht aus den folgenden Hauptschritten:

  1. Eine Live-Migration zwischen zwei Knoten (Quelle und Ziel) innerhalb desselben Failover-Clusters wird angefordert.
  2. Ein neuer virtueller Rechner wird auf dem Zielserver erstellt.
  3. Der anfängliche Speicherstatus wird über das Live-Migration-Netzwerk vom virtuellen Quellrechner zum virtuellen Zielrechner kopiert.
  4. Alle Speicherseiten, die während des Kopiervorgangs geändert wurden (verschmutzte Seiten), werden markiert. Diese Seiten werden auch kopiert. Dieser sich wiederholende Vorgang wird fortgesetzt, bis die Anzahl der Seiten relativ klein ist.
  5. Der virtuelle Rechner wird auf dem Quellknoten angehalten, und der Status des virtuellen Rechners wird auf den Zielknoten kopiert.
  6. Die Arbeit des virtuellen Rechners wird wieder auf dem Zielknoten aufgenommen. Der virtuelle Rechner wird auf dem Quellknoten entfernt und ein ARP wird ausgegeben, um die Routingtabellen zu aktualisieren.

Wie wird eine Live-Migration initiiert?

Ein Benutzer kann eine Live-Migration anfordern, indem er eine der folgenden Methoden/Oberflächen verwendet:

  • Verwaltungsoberfläche des Failover-Clusters
  • Programmatisch über Windows Management Instrumentation (WMI)
  • Programmatisch über ein PowerShell-Skript
  • Microsoft System Center Virtual Machine Manager 2008 R2
    • Ein Benutzer kann die Migration ausdrücklich für jeden virtuellen Rechner anfordern.
    • Sie kann automatisch stattfinden, wenn ein Benutzer einen Knoten im Wartungsmodus in einen Failover-Cluster platzieren möchte.
    • Sie kann basierend auf einem PRO-Tipp (automatisch oder mit Akzeptanz basierend auf den PRO-Tipp-Einstellungen) stattfinden.

Wie lange dauert die Live-Migration?

Die Dauer für die Live-Migration hängt von verschiedenen Faktoren ab. Folgende primäre Faktoren wirken sich auf die Dauer der Migration aus:

  • Größe des Speichers, der dem virtuellen Rechner zugewiesen ist
  • Austauschrate des Speichers des virtuellen Rechners (Anzahl der während des ersten Kopiervorgangs verschmutzten Seiten)
  • Verfügbare Bandbreite des Live-Migration-Netzwerks

Wird die Live Migration von den neuen erweiterten Netzwerkfunktionen (VM Chimney/Virtual Machine Queues) in R2 unterstützt?

Ja, wenn die Migration angefordert wird, wird der TCP-Stack auf dem Gerät in den Software-Stack innerhalb des virtuellen Rechners zurückgedrückt. Wenn der Zielknoten auch eine erweiterte Netzwerkfunktion unterstützt, kann diese Funktion verwendet werden, nachdem der Migrationsvorgang abgeschlossen ist.

Welches Netzwerk wird für den Datenverkehr der Live-Migration verwendet?

Standardmäßig findet der Datenverkehr der Live-Migration auf einem privaten Netzwerk (ohne definiertes Gateway) statt. Jedoch kann der Datenverkehr der Live-Migration über öffentliche Netzwerke fließen, es sei denn, dies wurde in der Verwaltung des Failover-Clusters deaktiviert.

*Dell empfiehlt das Erstellen zwei separater privater Netzwerke im Cluster, um einen redundanten Pfad für die Live-Migration bereitzustellen. Außerdem müssen öffentliche Netzwerke aus der Liste der verfügbaren Netzwerke für die Live-Migration gelöscht werden.

Ich verwende eine Hyper-V 2008 R1-Implementierung, die die schnelle Migration unterstützt. Was muss ich ändern, um die Live-Migration zu unterstützen?

  • Es sind keine Hardwareänderungen erforderlich (vorausgesetzt, die Treiber dieser Geräte unterstützen R2).
    • Sie sollten einen zusätzlichen Adapter auf jedem Knoten für den Datenverkehr der Live-Migration reservieren (siehe Frage „Welches Netzwerk wird für den Datenverkehr der Live-Migration verwendet?").
  • Aktualisieren Sie auf 2008 R2 (muss wahrscheinlich nicht ausdrücklich erwähnt werden).
  • Aktualisieren Sie die Treiber in der Verwaltungspartition (Treiber stehen auf support.dell.com zur Verfügung).
  • Stellen Sie sicher, dass die auf der Verwaltungspartition installierten Anwendungen R2 unterstützen, oder aktualisieren Sie auf eine Version, die R2 unterstützt.

Wenn Sie planen, Cluster Shared Volumes (CSV) zu unterstützen, kann sich dies auf einige Anwendungen auswirken. Insbesondere Datenschutzanwendungen (Sicherung/Wiederherstellung) müssen aktualisiert werden, um Änderungen am VSS-Famework durch Microsoft zu unterstützen. Außerdem kann sich dies auf Anwendungen auswirken, die direkt auf Dateien zugreifen, wie z. B. Antivirusanwendungen.

Was benötige ich für die Unterstützung von Live-Migration und CSV?

  • Alle Knoten müssen unter einem der folgenden Betriebssysteme ausgeführt werden:
    • Microsoft Windows Server 2008 R2 x64 Enterprise Edition
    • Microsoft Windows Server 2008 R2 x64 Datacenter Edition
    • Microsoft Hyper-V Server 2008 R2
  • Sämtliche Hardware und Software werden von Windows Server 2008 R2 unterstützt
  • Ein Failover-Cluster muss konfiguriert sein, und die Lösung muss alle Tests im Prüfungsassistenten bestehen. Weitere Einzelheiten finden Sie auf: http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc771404.aspx.
  • Alle Knoten im Cluster müssen denselben bzw. dieselben Prozessoren vom selben Hersteller verwenden.
  • Alle Knoten müssen Zugriff auf die gemeinsam verwendeten Speichergeräte haben (LUNs, die sich auf Internet SCSI-[iSCSI-], Fibre-Channel- und Serial Attached SCIS-[SAS-]Storage-Arrays befinden, wie z.B. DellTM PowerVaultTM MD3000/3000i, Arrays der Dell EqualLogicTM PS Serie oder Dell/EMC-Arrays).

Kann ich eine Migration ausführen, wenn ich Prozessoren vom selben Hersteller verwende, diese jedoch unterschiedliche Prozessorfamilien aufweisen?

Wenn die Knoten Ihres Clusters mehrere Prozessorfamilien verwenden, tritt bei der Live-Migration ein Fehler auf, wenn die Standardeinstellungen verwendet werden. Um die Live-Migration erfolgreich auszuführen, muss für jeden virtuellen Rechner die Kompatibilitätseinstellung für den Prozessor aktiviert werden. Diese Einstellung kann nur geändert werden, wenn der virtuelle Rechner ausgeschaltet ist.