Was ist ein Cluster Shared Volume?

Ein Cluster Shared Volume (CSV) ist ein Volume, das gleichzeitig für alle Knoten in einem Microsoft-Failover-Cluster zum direkten Lesen und Schreiben verfügbar ist. Für diese Funktion, als „Direct I/O" bezeichnet, wird ein verteiltes Dateisystem bereitgestellt, das jedem Knoten die Verwendung seiner Massenspeicherverbindungen (Internet SCSI [iSCSI], Fibre-Channel, Serial Attached SCSI [SAS]) für die Kommunikation mit dem Volume auf dem gemeinsam verwendeten Storage-Array ermöglicht. Außerdem ermöglichen CSVs das Umleiten der Daten über das Netzwerk, falls ein Knoten seine Pfade zum gemeinsam verwendeten Storage-Array verliert.

Warum sollte ich CSVs implementieren?

CSVs bieten eine erhöhte Verfügbarkeit (siehe Frage „Wie funktionieren CSVs?") und ermöglichen es mehreren virtuellen Rechnern (VMs, virtual machines), einen einzelnen Speicher-Volume gemeinsam zu verwenden, während diese virtuellen Rechner gleichzeitig unabhängig zwischen den Hosts im Cluster migrieren (live oder schnell) können. Diese Fähigkeit bezieht sich auf die Einschränkung, die in der ersten Version von Hyper-V bestand, bei der empfohlen wurde, dass jeder virtuelle Rechner über einen eigenen dedizierten LUN verfügt, um eine unabhängige schnelle Migration für jeden virtuellen Rechner zu ermöglichen.

Wie funktionieren CSVs?

Für jeden CSV gibt es einen Koordinationsknoten, der das gemeinsam verwendete Speicher-Volume und die NT Files System-(NFTS-)Partition für alle Knoten im Cluster besitzt. Dieser Knoten kann als Ressourcen-Eigentümer im traditionellen Cluster-Modell von Microsoft betrachtet werden. In einem voll funktionsfähigen Status (keine fehlerhaften Pfade) kann ein Nicht-Koordinationsknoten Daten direkt über die Massenspeicherverbindung (Fibre-Channel, iSCSI, SAS) an das Volume senden. Die Metadaten des Dateisystems werden über das private Netzwerk an den Koordinationsknoten geroutet, der sämtliche Aktualisierungen an der NTFS-Partition ausführt. Wenn ein Nicht-Koordinationsknoten seine Pfade zum Massenspeicher verliert, können die Daten über das private Netzwerk umgeleitet werden. Der Koordinationsknoten führt den Lese-/Schreibvorgang für das Volume über den Pfad zum Storage-Array aus. Wenn ein Koordinationsknoten seine Pfade zum Massenspeicher verliert, wird ein neuer Koordinationsknoten identifiziert und das Eigentum der Speicherressource wird an diesen Knoten übertagen. Diese Fähigkeiten sind aufgrund eines Filtertreibers möglich, der überhalb der NTFS-Partition auf allen Knoten im Cluster sitzt. Dieser Filtertreiber kann Metadaten und Daten über das Netzwerk routen.

Wirkt sich das Modell des CSV-Filtertreibers auf Anwendungen aus?

Der CSV-Filter kann sich auf Anwendungen außerhalb des virtuellen Rechners auswirken, die direkt auf Dateien zugreifen, wie Antivirus- und Datenschutz-(Sicherungs-/Wiederherstellung-)Anwendungen. Außerdem wurden Änderungen am VSS Framework in R2 vorgenommen, um CSVs zu unterstützen. Die meisten Datenschutzprogramme, die Unterstützung für Hyper-V ankündigen, stellen diese Funktion über VSS-basierte Snapshots bereit. Sie sollten sicherstellen, dass diese Anwendungen CSV-Unterstützung speziell anbieten.

Kann ich mein vorhandenes traditionelles Volume auf CSV umstellen?

Ja. Allerdings ändert sich der Pfad. Deshalb werden alle Anwendungen, Dienste usw., die diesen Pfad verwenden, unterbrochen. Wenn Sie z. B. einen virtuellen Rechner verwenden, der sich auf diesem Volume befindet, müssen Sie den virtuellen Rechner exportieren, das Volume in CSV konvertieren und anschließend den virtuellen Rechner importieren.

Was benötige ich für die Unterstützung von Live-Migration und CSVs?

  • Alle Knoten müssen unter einem der folgenden Betriebssysteme ausgeführt werden:
  • o Microsoft Windows Server 2008 R2 x64 Enterprise Edition
  • o Microsoft Windows Server 2008 R2 x64 Datacenter Edition
  • o Microsoft Hyper-V Server 2008 R2
  • Sämtliche Hardware und Software muss von 2008 R2 unterstützt werden
  • Ein Failover-Cluster muss konfiguriert sein, und die Lösung muss alle Tests im Prüfungsassistenten bestehen. Weitere Einzelheiten finden Sie auf: http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc771404.aspx.
  • Alle Knoten im Cluster müssen denselben bzw. dieselben Prozessoren vom selben Hersteller verwenden.
  • Alle Knoten müssen Zugriff auf die gemeinsam verwendeten Speichergeräte haben (LUNs, die sich auf iSCSI-, Fibre Chanel- und SAS-Storrage-Arrays befinden, wie z.B. Dell PowerVault MD3000/3000i, Arrays der Dell EqualLogic PS Serie oder Dell/EMC-Arrays).

Sind CSVs für die Unterstützung von Live-Migration erforderlich?

Nein. CSVs sind nicht für die Unterstützung von Live-Migration erforderlich. Wenn Sie jedoch die von den CSVs bereitgestellten Funktionen nutzen möchten, müssen Sie sie mit jeder R2-Implementierung implementieren, die die Live-Migration verwenden soll.

Wo erhalte ich weitere Informationen zu CSVs?

Sie können Fragen stellen, indem Sie einen Thread auf dieser Seite starten.

Außerdem stellt Microsoft einen Artikel auf der Technet-Website zur Verfügung: http://technet.microsoft.com/en-us/library/dd630633(WS.10).aspx