VMware bereitet das nächste Major Release seiner Virtualisierungsplattform vor. Die Version 6.0 bringt signifikante Neuerungen im Bereich Storage und Ausfallsicherheit.

VMware gab bereits auf der VMworld 2014 einen Ausblick auf vSphere 6.0 und den darin enthaltenen neuen Features. Die offizielle Ankündigung der Software soll am 2. Februar erfolgen, wobei hier keine großen Überraschung in puncto Funktionsumfang mehr zu erwarten sind.

Zu den wichtigsten Verlautbarungen auf der VMworld 2014 gehörte der Einstieg von VMware in den Markt für Hyper-Converged Infrastructure, der in Zusammenarbeit mit Hardware-Partnern erfolgt, darunter auch DELL. Die Appliances mit der Bezeichnung EVO:RAIL integrieren Compute und Storage auf x86-Systemen. Die zentrale Komponente für den Storage-Part ist dabei Virtual SAN (vSAN), das VMware in einer ersten Version mit vSphere 5.5 auslieferte. Es fasst Direct Attached Storage (DAS) von ESXi-Clustern zu Shared Storage zusammen.

Höhere Skalierbarkeit von vSAN 2.0

Die Leistungsfähigkeit von VMware vSAN 1.0 war noch relativ beschränkt, etwa bei der Skalierbarkeit. Cluster konnten bis dato maximal 32 Knoten. Darüber hinaus mussten sich SSDs mit der Rolle als Schreib-Cache begnügen und Server-Laufwerke konnten nur als DAS eingebunden werden. Mit der bevorstehenden Version 6.0 von vSphere beseitigt VMware einige dieser Defizite. vSAN-Cluster sollen nun bis zu 64 Knoten unterstützen und erreichen damit den gleichen Wert wie SANsymphony. Die Rolle von SSDs wird aufgewertet, indem sie nicht nur als Cache dienen, sondern sogar in reinen All-Flash-Konfigurationen als Speichermedien genutzt werden können. Schließlich soll vSAN 2.0 auch JBODs anbinden, was vor allem für Blade-Server von Bedeutung ist. Neu ist auch die Integration der von Virsto zugekauften Software.

Virtual Volumes

Eine weitere Storage-Neuerung in vSphere 6.0 sind Virtual Volumes. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine Erweiterung der Storage-Schnittstelle vSphere APIs for Storage Awareness (VASA), die auf der Ebene einzelner VMs und der zu ihnen gehörenden virtuellen Laufwerke operiert anstatt wie gewohnt LUNs anzusprechen. Virtual Volumes dienen in erster Linie dazu, Storage-Aufgaben an die Speichersysteme auszulagern. Dazu zählen besonders Operationen wie das Anlegen und Löschen von Snapshots oder das Erstellen von Clones.

Long-Distance-vMotion

Nach der Erweiterung von vMotion auf Storage vMotion und Enhanced vMotion, wobei Letzteres beide Typen der Live Migration kombiniert und kein Shared Storage mehr voraussetzt, fallen in vSphere 6.0 weitere Beschränkungen in der Mobilität von VMs. Sie können künftig mit Hilfe von vMotion auch über die Grenzen von Datencentern und vCenter verschoben werden. Darüber hinaus lockert VMware auch die Bedingungen auf Seiten des Netzwerks, wodurch vMotion nicht mehr bloß zwischen Hosts funktioniert, die an einen gemeinsamen Distributed vSwitch angebunden sind. Schließlich kann die VM-Migration zwischen verschiedenen Subnets erfolgen ("Routed vMotion") und funktioniert auch in Netzwerken mit höheren Latenzzeiten. Bis dato lag die Obergrenze für akzeptierte Round Trip Times (RTT) bei 10 ms, künftig erhöht sich dieser Wert auf 100 ms.

FT mit Unterstützung bis 4 vCPUs

Eine weitere Verbesserung von vSphere 6.0 stand schon lange auf Wunschliste vieler Kunden und wurde von VMware immer wieder verschoben. Es handelt sich dabei um Fault Tolerance (FT), das bis dato auf virtuelle Maschinen mit nur einer vCPU beschränkt war, so dass anspruchsvollere Anwendungen damit nicht abgesichert werden konnten. Anders als bei HA, wo die betroffenen VMs nach dem Ausfall eines Hosts auf einem anderen neu gestartet werden, erfordert FT die Ausführung der abgesicherten VMs im exakten Gleichschritt. Denn wenn ein Server etwa aufgrund eines Hardwaredefekts nicht mehr verfügbar ist, muss der andere ohne Downtime einspringen können. Die synchrone Ausführung von VMs mit mehreren vCPUs ist eine komplexe Aufgabe, für die VMware nun ein anderes technisches Verfahren namens Fast Check-Pointing gewählt hat. Es schützt VMs mit bis zu 4 vCPUs, und insgesamt lässt FT pro Host maximal 8 vCPUs zu. Es greift also jenes Limit, das zuerst erreicht wird.

Weitere Neuerungen von vSphere 6.0 beschreibt dieser Beitrag auf WindowsPro.