OMSA - Open Manage Server Administrator
Festplatten verwalten

Herzlich willkommen zum letzten Teil von OMSA - Was ist das? - heute zeige ich euch, wie man ganz schnell virtuelle Laufwerke per OMSA erstellt. Der große Vorteil dabei ist, dass man sich nicht durch das Controller-BIOS schlagen muss. Mit ein paar Klicks ist eine neue VD erstellt und initialisiert.
Schneller geht es nicht.


Als erstes loggen wir uns auf unserem Server per OMSA ein und navigieren zum Bereich Storage. Diese kennen wir noch vom letzten Mal, als wir das RAID-Log exportiert haben.

Bevor wir nun eine neue VD erstellen, sollten wir zu erst prüfen, ob wir noch freie Festplatten haben, die wir für die neue VD verwenden können.

Sehen wir also nach, ob noch physikalische Disks (PDs) vorhanden sind, die noch keiner VD zugeordnet sind.
Dazu navigieren wir im Menü zu Storage -> PERC -> Connector 0 -> Enclosure -> Physical Disks. Jetzt sehen wir alle Platten, die am Controller 0 angeschlossen sind, dem entsprechend finden wir, wenn wir Connector 0 -> Enclosure -> Physical Disks wählen alle Platten, welche am Controller 1 angeschlossen sind.

Sind alle Festplatten im Status "Online" werden diese bereits verwendet. Ist der Status jedoch "Ready" können diese Festplatten für eine neue VD verwendet werden.

In meinem Beispiel sind alle 4 Platten an Connector 1 "Ready".


Abb. 1: PDs an Controller 1

Diese vier Platten werden wir jetzt zur Erstellung einer VD nutzen und ein RAID6 erstellen.

Ein RAID-Volume erstellen

Genau wie beim letzten Mal nutzen wir das Drop-Down Menü in der Storage-Übersicht, um an die gewünschte Option zu gelangen. Zum erstellen einer neuen VD wählen wir "Create Virtual Disk ..." aus und klicken auf Execute.

RAID LevelWir gelangen nun in den VD Wizard, dieser bietet uns zwei Möglichkeiten eine neue VD zu erstellen, den "Express Wizard" und den "Advance Wizard". Beide Wizards erkennen die aktuelle Konfiguration und bieten nur die RAID-Level an, die mit den vorhandenen Platten möglich sind (siehe Bild links).
Der Express Wizard bietet die Möglichkeit schnell ein neues RAID zu erstellen, jedoch ohne Einfluss auf die Stripe-Size oder die Read-/Write-Policy nehmen zu können. Der Advance Wizard hingegen, bietet alle Einstellungsmöglichkeiten, um das RAID speziell anzupassen. In diesem Beispiel werde ich den Advance Wizard nutzen, um das RAID6 zu erstellen.

Wir wählen also den Advanced Wizard und RAID-6 im Drop-Down aus. Da in meinem Beispiel 4 SATA Platten angeschlossen sind, fragt der Wizard welches Bus Protokol verwendet werden soll.
Da meine 4 freien Platten SATA Festplatten sind, wähle ich in dem Drop-Down SATA aus und klicke auf Continue.

Wir gelangen nun in den Step 2 von 3 des Wizards - hier legen wir die Festplatten fest, welche für das RAID verwendet werden sollen.
Da alle 4 Platten an Connector 1 angeschlossen sind, wählen wir diesen aus. Darunter werden nun alle PDs am Anschluss 1 aufgelistet. Durch einfaches Setzen des Hakens wählen wir die Festplatten für das RAID aus.


Abb. 4: Auswahl der PDs (Festplatten)

Nach der Auswahl und einem Klick auf Continue gelangen wir in die Einstellungen für das RAID. Hier können wir folgende Attribute ändern:

  • Name (Data)*
  • Größe (volle Größe)*
  • Stripe-Size (128 KB)*
  • Read- und Write-Policy (Read-Ahead und Write-Back)*
  • Disk-Cache (Enabled)*
* meine verwendeten Werte

 Nach einem Klick auf Finish und dem abschließenden Bestätigen, sind wir fertig mit dem Erstellen des RAID.

Nach dem Erstellen eines neuen RAID-Volumes ist generell ein Full-Init, also eine vollständige initialisierung des Volumes, empfohlen.
Auch dieser Schritt kann direkt im OMSA erledigt werden.

Initialisierung eines RAID-Volumes

In der Storage Übersicht klicken wir auf Virtual Disk Details oder in der Navigation links unter Storage auf Virtual Disks. Hier sehen wir unsere aktuellen VDs. Neben der eben erstellten, öffnen wir das Drop Down Menü, wählen den Punkt Slow initialize ... und klicken auf Execute.


Abb. 6: VD Slow- bzw. Full-Init via OMSA

 Den Hinweis, dass alle Daten auf der VirtualDisk bei der Initialisierung gelöscht werden, bestätigen wir durch einen Klick auf Slow Initialize. Abschließend müssen wir noch einmal auf OK klicken, um die Initialisierung zu starten. Der aktuelle Fortschritt wird in der VD-Übersicht angezeigt.

Wir haben nun erfolgreich eine neue VD mit Hilfe von OMSA erstellt und diese direkt initialisiert. Ein letzter, möglicher, Schritt ist nun noch die Zuweisung einer globalen Hot Spare Festplatte.

Globale Hot Spare zuweisen

Damit wir eine Festplatte als Hot Spare zuweisen können, muss diese im Status Ready sein. Den Status sieht man unter dem Punkt Physical Disks (Storage -> PERC -> Connector[x] -> Enclosure -> Physical Disk).
Im Drop Down können wir Assign Global Hot Spare auswählen und mit einem Klick auf Execute bestätigen wir unsere Auswahl.


Abb. 7: PD als Hot Spare festlegen

Um nachträglich zu erfahren, ob eine Platte als Hot Spare verwendet wird schaut man in die Details der PD. Hier wird unter Hot Spare No oder Global angezeigt.


Abb. 8: PD Details

Mit diesen Sätzen endet nun die Serie OMSA - Was ist das? Mir hat das Erstellen sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe auch, dass Ihr viel Spaß beim lesen hattet.
Mein nächstes Projekt - OME OpenManage Essentials - soll an diese Serie anschließen.
Solltet Ihr Fragen, Wünsche oder Anregungen haben, dann gebt mir bitte Bescheid. Ihr erreicht mich hier im TechCenter via PM oder über die Kommentar-Funktion. Zusätzlich könnt Ihr über Twitter oder LinkedIn gern Kontakt zu mir aufnehmen.
Also bis zum nächsten Mal.
Ihr / Euer
Stefan

 

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