Mittlerweile können virtualisierte Desktops sehr gut graphische Inhalte wie z. B. den Aero-Desktop von Windows 7 oder andere Grafik-Intensive-Applikationen performant darstellen. Oftmals wird per GPU-Path-Through direkt auf die Grafikkarte zugegriffen. Hierzu gibt es diverse Ansätze und es gilt das richtige „Werkzeug“ für die jeweilige Aufgabe zu finden.

Vor einigen Wochen hatten wir die Gelegenheit gemeinsam mit einem Kunden die Möglichkeiten von Microsoft Remote-FX im Praxis-Einsatz zu testen.

Aufgabenstellung:

Für die Erstellung von Angeboten sind dedizierte Service-Maschinen bereitzustellen die es den Anwendern erlauben die richtigen Informationen für Ihre Angebote abzurufen. Dabei werden bei jeder Erfassung eines Artikels für einen Kundenauftrag, die richtigen CAD-Dateien ausgewählt und in die grafische 3D-Oberfläche des Erfassers zurück gesendet.

Neben einer präzisen Grafik-Unterstützung kommt es hier auf Geschwindigkeit an, damit der Erfasser nicht lange auf die Rückmeldung der zentralen Service-Maschinen warten muss.

Anstelle von x-Service-Maschinen (in diesem Beispiel wären es 8 Service-Maschinen für 80 Mitarbeiter gewesen), soll es mit einem System im Rechenzentrum gelöst werden.

 

Warum Remote-FX?

Remote-FX ermöglicht es eine GPU mehreren Virtuellen Maschinen zuzuordnen, sprich eine Grafikkarte zu teilen. Andere Technologien erfordern jeweils eine dedizierte GPU pro Virtueller Maschine. Des Weiteren hat der Kunde bereits Erfahrungen im Bereich der Remote Desktop Service von Microsoft gehabt und kann quasi alles per „Hausmittel“ abdecken.

 Dennoch gibt es einiges zu beachten, welches in der folgenden Tabelle zusammenfassen möchte:

IST

IST NICHT

Microsoft RDS

VMware View, Citrix XenDesktop

DirectX-Grafik

OpenGL-Grafik

LAN

WAN

Virtuelle Maschine nutzt die Ressourcen einer Grafikkarte

Virtuelle Maschine nutzt eine generische bzw. virtualisierte Grafikkarte

Eine Grafikkarte kann aufgeteilt werden

X-Virtuelle Maschinen benötigen X-Grafik-Karten (dedizierte GPU pro VM)

 

One size fits all…

 

Nachdem wir sichergestellt haben das die Applikationen auch DirectX zufriedenstellend unterstützen, haben wir uns an den Testaufbau gemacht. Während der Kunde mit einer Precision Workstation getestet hat, haben wir im Labor einen Dell Poweredge Blade-Server M610X verwendet.

Den schematischen Aufbau einer RemoteFX-Lösung können Sie der folgenden Grafik entnehmen:

Vorbereitungen:

Für die Vorbereitung würde ich Ihnen die Microsoft-Checkliste unter http://technet.microsoft.com/en-us/library/gg607287(WS.10).aspx empfehlen. Wer es gerne kurz und knackig mag, findet auf Youtube einige interessante Videos, welche die Installation im Zeitraffer darstellen.

Hier die wichtigsten Punkte:

-         Installieren Sie Hyper-V nicht auf einem Domain-Controller

-         Aktivieren Sie die Virtualisierungs-Unterstützung im Bios des Host-Systems

-         Als Betriebssystem in den virtuellen Maschinen nutzen Sie Windows 7 SP1 in den Versionen Enterprise oder Ultimate (Achtung! Alle anderen Windows 7 Varianten unterstützen kein RemoteFX)

-         Auf Servern mit Onboard-Grafik und Remote-Access-Karte, z. B. Dell PowerEdge M610X  mit DRAC, muss noch ein sog. “RemoteFX Cap Driver” installiert werden. Damit deaktivieren Sie die Remote-Optionen Ihres Baseboard-Controllers. Siehe http://technet.microsoft.com/en-us/library/ff817602(WS.10).aspx.

       Tipp:

Als Test-Plattform im Dell Labor kam ein Dell PowerEdge M610X-Blade-Server zum Einsatz.  In das M610X haben wir eine Nvidia M2070Q eingebaut.

 

Hinweis:

Server können meist keine Standard CAx-Grafikkarten wie z. B. Nvidia Quadro oder AMD Fire Pro einsetzen, da diese aktiv gekühlt werden.

Die Nvidia Tesla M2070Q ist im Prinzip eine passiv gekühlte Nvidia Quadro 6000 und ist für diverse Server-Plattformen freigegeben. Bitte beachten Sie, dass nur diese Variante virtuellen Maschinen Grafik zur Verfügung stellen kann.

Nvidia Tesla „M“ Karten wie z. B. M2075 oder M2090 wurden für HPCC-Szenarien entwickelt.

  • Überprüfen Sie die Bios-Version Ihres Systems und aktualisieren Sie dieses falls möglich.
  • Aktivieren Sie die Virtualisierungs-Technologien im Bios
  • Installieren Sie Windows 2008R2
  • Vergeben Sie eine manuelle IP-Adresse
  • Installieren Sie alle Updates & Patches (Windows Update)
  • Installieren Sie den entsprechenden Grafikkarten Treiber (Nvidia in unserem Beispiel)
  • Fügen Sie die Rollen „Hyper-V“ und „Remote-Desktop“ hinzu
  • Stellen Sie sicher das „Remote Desktop Virtualization Host“, „Core Services“ und „RemoteFX“ ausgewählt wurden.
  • Aktivieren Sie das Netzwerk
  • Der Server wird 2x neu starten
  • In Hyper-V erstellen Sie eine virtuelle Maschine mit Windows 7
  • RAM: 2048 MB
  • Aktivieren Sie Remote Desktop
  • Deaktivieren Sie die Firewall zu Testzwecken oder schalten Sie die entsprechenden Ports frei.
  • Starten Sie eine Remote Desktop Session (MSTSC) um den Remote-Zugriff auf den Windows 7 Rechner zu überpüfen.
    • Fahren Sie den Windows 7 Desktop herunter
    • Modifizieren Sie die Eigenschaften des Windows 7 Desktops
    • Wählen Sie 2 vCPU’s
    • Fügen Sie den „RemoteFX 3D Video Adapter“ hinzu

          • Anschließend starten Sie den Rechner damit die notwendigen Änderungen vorgenommen werden können.
          • Nach dem Neustart können Sie nur noch per MSTSC zugreifen. Die Hyper-V-Connection-Console meldet „Video Remoting was disconnected“

 

      • HINWEIS: DESWEGEN PRÜFEN WIR VORHER DIE KORREKTE VERBINDUNG ZUM WINDOWS 7 CLIENT!
      • Konfigurieren Sie MSTSC auf die Einstellung "LAN" and wählen Sie “Maximum-Quality“