Geschäftsführer Dr. Wiesner ist auf seinem Rundgang durch das Unternehmen. Heute trifft es die Produkt­entwick­lung.

Wiesner: Guten Morgen meine Herren. Lassen Sie sich nur nicht stören … an was arbeiten Sie denn gerade?

Ingenieur: (schaut genervt auf) Am Internet der Dinge.

Wiesner: Ah, verstehe! Das ist wirklich wichtig. Damit können wir unseren Kundendienst entscheidend verbessern. Wir können doch mit diesem Internet der Dinge wichtige Ersatzteile direkt zum Kunden schicken, nicht wahr?

Ingenieur: Ja klar, damit lässt sich die gesamte Logistik optimieren. Jedes Ersatzteil kriegt einen Chip, und damit kann man tracken, wo sich die Lieferung gerade befindet …

Wiesner: Nein, nein, nicht tracken. Ich will die Teile gleich über das Internet der Dinge verschicken. Wenn beim Kunden ein Druckventil ausfällt, sagen wir in Mailand, dass wir das Ersatzteil im Internet der Dinge hinschicken. Direkt. Und es ist dann sofort in Mailand – ratzfatz, verstehen Sie?

Ingenieur: Direkt im Internet der Dinge? Also nein, das verstehe ich jetzt nicht ganz …

Softwareentwickler: Was Sie meinen, Dr. Wiesner, ist nicht das Internet der Dinge – das ist die Rohrpost. Gibt's heute noch in Krankenhäusern. Sie schicken damit zum Beispiel eine Blutprobe vom OP in den Keller zum Labor.

Wiesner: Genau! Und das machen wir mit dem Internet der Dinge nun europaweit. Mailand. Rio. Singapur. Ratzfatz sind die Dinge beim Kunden. Das ist doch eine tolle Sache.

Ingenieur: Ah ja … äh … (Er schaut hilfesuchend zu seinem Kollegen, der aber nur mit den Schultern zuckt.) Also da muss ich Sie jetzt enttäuschen, Dr. Wiesner, aber im Internet der Dinge werden keine Dinge verschickt.

Wiesner: Nicht? Wieso nicht? Aber es heißt doch …

Ingenieur: … da verschicken die sogenannten Dinge Daten, selbstständig, autonom. Digitale Informationen, verstehen Sie? Physische Objekte kommunizieren über Sensoren und Kommunikationsschnittstellen … die Sensoren können zum Beispiel feststellen, wie hoch der Öldruck in einer Maschine  ist oder ob die Drehzahl …

Wiesner: (winkt ab) Ach, das haben wir doch schon seit 20 Jahren, meine Herren. Da waren Sie noch gar nicht hier … das hat noch der Doktor Jäger damals eingeführt … dafür brauch ich kein Internet.

Ingenieur: Aber bisher konnten wir die Sensoren nicht direkt abfragen. Im Internet der Dinge schickt uns jede Maschine, die wir draußen im Einsatz haben, egal wo auf der Welt, vierzig Parameter, von der Betriebstemperatur über den Öldruck bis zu … und alles in Echtzeit!

Wiesner: (tritt verblüfft einen Schritt zurück) In Echtzeit? Echt?

Ingenieur: Klar! Das geht ratzfatz! Wir wissen immer in welchem technischen Zustand unsere Maschinen sind. Wenn Störungen auftreten, sehen wir das oft noch schneller als der Kunde. Falls der Öldruck um mehr als drei Prozent schwankt, können wir gleich den Techniker rausschicken, und der hat dann auch gleich die richtigen Teile dabei. Wir haben die Ausfallzeiten damit um 40 Prozent reduziert. Ratzfatz.

Softwareentwickler: … mit diesen Echtzeitdaten können wir auch ganz neue Geschäftsmodelle entwickeln – wir können zum Beispiel die Maschinenmiete auf Basis von Echtzeitdaten der Sensoren abrechnen.

Wiesner: Das ist ja … und das machen Sie alles mit dem Dings da … dem Internet der Dinge?

Ingenieur: Das und noch einiges mehr, wir können auch …

Wiesner: (Sein Handy klingelt, er sucht in seinem Sakko danach) Dann lassen Sie sich nicht aufhalten … aber die Rohrpost … behalten Sie bitte im Auge … ich meine, wenn wir das kombinieren mit Ihrem Internet der Dinge, das wär' doch der Hammer. (Jetzt ist das Handy gefunden.)

Softwareentwickler: Machen wir, Doktor Wiesner. Wir haben alles im Blick.

Wiesner: (im Gehen) Hallo? Ja, Doktor Hammer hier … nein Wiesner! Ja, hier Wiesner! Wer? Nein, ich bin Wiesner, und wer sind Sie? Auch Wiesner? … Sie sind meine Frau? Ach Birgit du? … warum sagst du das nicht gleich.
(Dr. Wiesner drückt das Handy ans Ohr und hebt die freie Hand zum Gruß. Er geht zurück ins Treppenhaus. Software­entwickler und Ingenieur atmen erleichtert auf.)

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