Dell und EMC werden zu „Dell Technologies“

Dell und EMC werden zu „Dell Technologies“

Was bringt der Zusammenschluss beider Unternehmen für Kunden und Mitarbeiter hierzulande? Ein Gespräch mit Doris Albiez und Dinko Eror.

Am 7. September 2016 haben sich Dell und EMC offiziell zu Dell Technologies zusammengeschlossen. Dadurch ist eine Unternehmensfamilie entstanden, die so auf dem Markt einzigartig ist. Sie vereint neben der Dell Client Solutions Group, der Dell EMC Infrastructure Solutions Group und Dell EMC Services auch die Tochterfirmen RSA und Virtustream sowie die strategisch verbundenen Unternehmen Pivotal, SecureWorks und VMware unter einem Dach. Dell Technologies verfügt über das breiteste und innovativste Portfolio der IT-Branche und ist damit ideal aufgestellt, seinen Kunden zu helfen, eine leistungsfähige IT-Infrastruktur aufzubauen, mit der sie ihre digitale Zukunft gestalten, ihre IT nachhaltig transformieren und Informationen als ihr wichtigstes Gut wirksam schützen können.

Doch was genau verspricht Dell Technologies Kunden, Partnern und Mitarbeitern? Wie wird diese Familie von Unternehmen ihre Versprechen erfüllen? Und wie wird die Integration von Dell und EMC lokal vonstattengehen? Wir haben die Geschäftsführer von Dell und EMC in Deutschland dazu befragt:

 

Frau Albiez, Herr Eror: Was halten Sie persönlich von der Integration von Dell und EMC?

Albiez: Die Verschmelzung von Dell und EMC zu Dell Technologies wird die IT-Branche nachhaltig verändern und ist ein großer Gewinn für alle. Und damit meine ich eben nicht nur die Mitarbeiter bei Dell oder EMC, sondern vor allem unsere Partner und Kunden. Durch den Zusammenschluss sind wir mit einem Schlag zum führenden Technologiekonzern in der IT-Branche geworden. Wir sind in der Lage, unseren Kunden ein einzigartiges und höchst innovatives Lösungsportfolio anzubieten, das vom Client über alle Bereiche des Rechenzentrums bis in die Cloud hineinreicht. In allen wichtigen Bereichen der Unternehmens-IT nehmen wir eine Führungsposition ein, wie es uns auch die Analysten von Gartner und IDC immer wieder bescheinigen. Hinzu kommt unsere schlagkräftige Go-to-Market-Organisation und unsere Fähigkeit, allen Kundengruppen, von Großkunden über den Mittelstand bis hin zum kleinen Unternehmen, auf sie zugeschnittene Lösungen anzubieten, die sie fit machen für die digitale Transformation.

Eror: Das sehe ich auch so. Unsere Portfolios, aber auch unsere Vertriebsstrukturen ergänzen sich hervorragend. Dell ist bekanntermaßen sehr stark im Bereich der Enterprise-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen und auch führend im Supply-Chain-Management. Das passt ideal zu EMCs Stärken – etwa im Bereich der Rechenzentrums-IT, insbesondere für große Unternehmen. Aber auch die Unternehmenskulturen passen sehr gut zueinander; ich selbst habe mich in den vergangenen Wochen und Monaten beim Umgang mit den Dell-Kolleginnen und -Kollegen gleich von Anfang an sehr zu Hause gefühlt. Ich bin überzeugt, dass die Integration beider Unternehmen sehr harmonisch und reibungslos verlaufen wird.

 

Was ist das zentrale Leistungsversprechen von Dell Technologies?

Albiez: Unser Anspruch wird es auch künftig sein, Kunden jeder Größe mit leistungsfähigen Infrastrukturen für die digitale und IT-Transformation zu versorgen. Der Unterschied zu früher ist einfach: Ab sofort können wir das noch besser als bislang schon, da die Angebote von Dell und EMC perfekt zusammenpassen und in jeder Hinsicht komplementär sind. Wir sind in der Lage, die Digitalisierung unserer Kunden voranzutreiben, indem wir ihnen ein Komplettportfolio anbieten können, das sich vom Rechenzentrum über die Cloud bis an den Arbeitsplatz oder die Mobilgeräte einzelner Mitarbeiter erstreckt. Das macht uns zu einem der leistungsfähigsten, vielleicht dem leistungsfähigsten Partner für Digitalisierungs- und IT-Modernisierungsthemen im Markt.

 

Und worauf beruht die Wettbewerbsfähigkeit von Dell Technologies?

Eror: Frau Albiez hat es bereits angedeutet: Dell Technologies gehört zu den wenigen Unternehmen am Markt, die Kunden unabhängig von ihrem Digitalisierungs- oder IT-Reifegrad passende Lösungen für nahezu jeden Anwendungsfall bieten können – vom Second- und Third-Plattform-Computing bis zum bi-modalen IT-Betrieb. In sämtlichen IT-Feldern, die derzeit die stärksten Wachstumsraten aufweisen, verfügen wir über marktführende Angebote: Converged Infrastructure, Software-defined Data Center, Plattform-as-a-Service, Mobility, Big Data Analytics und Cyber-Security. Außerdem kann Dell Technologies als weltweit größtes privat kontrolliertes Technologieunternehmen den Kunden in den Mittelpunkt stellen, langfristig in Forschung und Entwicklung investieren und wachstumsstarke Unternehmen in aufstrebenden Bereichen fördern.

Albiez: Lassen Sie mich hier noch eines ergänzen: Aus meiner Sicht ist unsere größte Stärke die Verknüpfung unseres innovativen Portfolios mit unserer einzigartigen Firmenstruktur und einer der leistungsfähigsten Supply-Chains der Branche.

Eror: Das stimmt. Im Wechselspiel ermöglichen uns diese drei Größen nämlich, Kunden gegenüber sowohl als „One-stop-shop“ als auch als Anbieter einer marktführenden Einzel-Technologie aufzutreten. Außerdem können wir agil skalieren: Durch unsere Firmenstruktur sind wir so flexibel und innovativ wie ein Startup-Unternehmen und bieten gleichzeitig die Vertrauenswürdigkeit, den Service und die globale Reichweite eines Großunternehmens. Auch das ist einzigartig in der IT-Branche.

 

Wie ist Dell Technologies organisiert?

Albiez: Man muss Dell Technologies als eine Familie von Unternehmen betrachten, die alle dieselbe Philosophie verfolgen und Kunden eine große Auswahl bieten. Konkret besteht Dell Technologies aus den drei übergeordneten Geschäftsbereichen Dell Client Solutions Group, Dell EMC Infrastructure Solutions Group und Dell EMC Services sowie den drei strategisch verbundenen Firmen Pivotal, SecureWorks und VMware.

Die Client Solutions Group vertreibt unter der Marke Dell Hardware wie Desktop-PCs, Notebooks und Tablets sowie Zubehör wie Monitore, Drucker und Projektoren, aber auch Software und Zubehör von Drittanbietern. Die Infrastructure Solutions Group ermöglicht unseren Unternehmenskunden die digitale Transformation mithilfe unserer bewährten Hybrid-Cloud- und Big Data-Lösungen – beide aufgebaut auf einer modernen Rechenzentrumsinfrastruktur, die aus unseren branchenführenden Angeboten für konvergente Infrastruktur, Server, Speicher und Cyber-Security besteht. Dell EMC Services bietet Kunden und Partnern strategische Beratung, Technologie-Know-how und umfassende Unterstützung bei der Umsetzung ihrer IT-Projekte.

Eror: RSA und Virtustream gehören als hundertprozentige Tochter-Unternehmen zu unserer Infrastructure Solutions Group. RSA liefert geschäftsbasierte Sicherheitslösungen. Das ermöglicht Unternehmen jeder Größenordnung, ihr Sicherheitskonzept angesichts der ungewissen und risikoreichen IT-Welt von heute weiterzuentwickeln und zu kontrollieren. Virtustream ist ein führender Anbieter von Cloud-Services und Softwarelösungen der Enterprise-Klasse. Auch wenn die Marke Virtustream bei uns in Deutschland noch nicht so bekannt ist, vertrauen bereits viele namhafte Unternehmen weltweit bei der Migration ihrer geschäftskritischen Anwendungen in die Cloud und beim Betrieb dieser Cloud-Lösungen auf die Kompetenz von Virtustream.

Den erweiterten Kreis der Unternehmensfamilie bilden schließlich die strategisch verbundenen Firmen VMware, SecureWorks und Pivotal. VMware ist weltweiter Marktführer im Bereich Cloud-Infrastruktur und geschäftliche Mobilität, SecureWorks ein führender Anbieter datenbasierter Informationssicherheitslösungen. Pivotal wiederum unterstützt viele der weltweit angesehensten Marken bei Softwareinnovationen – mithilfe modernster Methoden der Softwareentwicklung sowie neuester Cloud-Plattformen und Analysetools.

Wie man sieht, behalten wir die Struktur bei, wie sie von EMC schon bekannt ist – und genießen somit auch weiterhin deren wesentliche Vorteile: größtmögliche Flexibilität, Eigenständigkeit und Kundenorientierung der Einzelfirmen einerseits und optimale Nutzung aller Synergien innerhalb der Gruppe andererseits.

Albiez: Diese Familien-Struktur hat sich bei EMC über Jahre hinweg bewährt; sie gilt vielen Marktbeobachtern als vorbildlich und war stets äußerst erfolgreich. Ich finde es sehr gut, dass wir diese Struktur im Zuge der Kombination von Dell und EMC übernehmen.

 

Und welche Marktanteile erreicht diese Unternehmensfamilie?

Eror: Das ist ja gerade das Spannende an diesem Zusammenschluss: Dell Technologies ist Marktführer in nahezu allen für uns relevanten Teilmärkten; Gartner führt uns als Leader in 20 verschiedenen Magic Quadrants. Und den jüngsten IDC-Zahlen zufolge ist das Unternehmen beispielsweise die Nummer eins im Markt für Enterprise-Storage-Systeme. Unter anderem erreichen wir demnach bei All-Flash-Arrays mit 34,8 Prozent, bei Scale-Out-NAS-Systemen mit 42,2 Prozent und bei kundenspezifischen Backup-Appliances mit 61,4 Prozent den jeweils höchsten Marktanteil.

Albiez: Außerdem sind wir laut IDC die Nummer eins im Markt für Cloud-Infrastruktur, Converged Infrastructure und PC-Monitore, die Nummer zwei im Markt für x86-Server sowie weltweit drittgrößter PC-Hersteller. An Dell Technologies führt in der IT künftig also kein Weg vorbei.

 

Was bedeutet das alles für Deutschland?

Eror: Natürlich werden wir auch in Deutschland enorm vom Zusammenschluss von Dell und EMC profitieren. Ich selbst verspreche mir am meisten von der Erweiterung unseres Portfolios um Notebooks und andere mobile Endgeräte für Geschäftskunden sowie um Dells x86-Server – beides erschließt uns Geschäftsmöglichkeiten, die wir sicher bereits kurzfristig nutzen können. Außerdem kommt uns der hohe Bekanntheitsgrad der Marke Dell zugute. Gerade bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen wird uns das helfen, unsere Verkaufszahlen anzukurbeln.

Albiez: Wir bauen im Gegenzug darauf, jetzt von EMCs Marketing- und Vertriebsstärke im Geschäftskundenbereich zu profitieren. Als Dell Technologies werden wir unser gemeinsames Geschäft sicher schneller entwickeln können als bisher jeweils alleine.

 

Welche Veränderungen stehen den Niederlassungen von Dell und EMC in Deutschland bevor?

Albiez: Beide Deutschland-Unternehmen intensivieren jetzt erst einmal ihre Zusammenarbeit, arbeiten ansonsten aber weitgehend weiter wie bisher. Das bedeutet auch, dass Vertriebsverantwortlichkeiten, Partnerprogramme und dergleichen zunächst bestehen bleiben. Mittel- bis langfristig aber werden wir dafür sorgen, auch hierzulande die Strukturen und Programme zu verschmelzen und zu einem schlagkräftigen Ganzen zu machen – zum Vorteil für unsere Kunden und auch unsere Mitarbeiter.

Eror: Genau! Intern arbeiten Integrations-Projektgruppen bereits intensiv an Plänen dafür, wie die Aufbau- und Ablauforganisation von Dell Technologies in Deutschland künftig aussehen wird. Nähere Details geben wir zu gegebener Zeit bekannt. Wir werden uns in den kommenden Wochen und Monaten natürlich immer wieder über den Fortgang des Zusammenschlusses auf lokaler Ebene, Strategiedetails und weitere Neuerungen bei Dell Technologies äußern. Eines können wir aber jetzt schon sagen: Wir gehen äußerst erfolgreichen Zeiten entgegen.

 

Frau Albiez, Herr Eror – haben Sie vielen Dank für Ihre Zeit!

 

Weiterführende Informationen zu Dell Technologies und dem Zusammenschluss von Dell und EMC finden Sie online auf der Website von Dell Technologies. Wenn Sie informiert bleiben möchten, folgen Sie uns am besten auf Twitter unter @DellGmbH und @DellEMC_DE oder schauen Sie am 5. Oktober auf dem Dell EMC Forum in Mainz vorbei.

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  • Wirklich cooles Interview. Man erfährt einiges über die weitere Zusammenarbeit, auch in Deutschland.