Autor: Hagen Dommershausen, Marketing Sr. Manager, Dell Cloud Client-Computing

Bei der UN-Klimakonferenz im Dezember 2015 wurde Geschichte geschrieben: die führenden Staaten haben sich auf eine verbindliche Vereinbarung zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf weniger als zwei Grad verständigt. Die internationale Gemeinschaft, die Regierungen und die Öffentlichkeit auf der ganzen Welt werden nun ein wachsames Auge auf Unternehmen haben, um sicherzustellen, dass sie ihren Teil zu dieser Verpflichtung beitragen.

Vor diesem Hintergrund wird vielen Unternehmen gar nichts anderes übrig bleiben, als langfristige Strategien zu Begrenzung ihres Energieverbrauchs zu entwickeln. Andersfalls drohen nicht nur Strafzahlungen, sondern vor allem eine negative Publicity.

Solche Strategien müssen immer auch die Nachhaltigkeit des IT-Betriebs umfassen. Neben der generellen Reduzierung des Stromverbrauchs, die für alle technischen Systeme im Unternehmen gilt, will ich besonders auf eine Möglichkeit hinweisen: die Bereitstellung von Thin Clients in einer Client-Virtualisierungsinfrastruktur, innerhalb derer auch die virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI) eine immer größere Rolle spielt. Thin Clients sind eine etablierte Technologie – vor allem im Gesundheitswesen, im Bildungssektor, in Behörden, in der Fertigung und im Einzelhandel.

Vereinfacht ausgedrückt stellt ein Thin Client lediglich die auf zentralen Servern ausgeführten Anwendungen und genutzten Daten dar. Er ist über das Firmennetzwerk mit einem oder mehreren Rechenzentren verbunden, so dass er sich auch direkt in eine Cloud-Infrastruktur integrieren lässt – die jeweiligen Ressourcen kommen dabei eben nicht aus dem lokalen Rechenzentrum, sondern aus der Cloud.

Diese Zentralisierung und Konsolidierung der Ressourcen birgt die Vorteile der Thin Clients: Optimierung der Hardware-Nutzung, Reduzierung der Software-War­tung und, was immer wichtiger wird, mehr Sicherheit. Und da ist natürlich auch der "grüne" Faktor, der nicht übersehen werden sollte. Wenn man nämlich den gesamten Lebenszyklus eines Computers – von der Wiege bis zur Bahre – betrachtet, dann bieten Thin Clients zahlreiche Vorteile für die Umwelt. Dazu gehören höhere Energieeffizienz, eine längere Lebensdauer, mehr Zuverlässigkeit und geringerer Rohstoffeinsatz:

  • Energieersparnis: Durch den Verzicht auf bewegliche Teile wie Festplatten oder Lüfter verbrauchen Thin Clients nur etwa acht Watt an Energie und damit 90 Prozent weniger als herkömmliche PCs; in großen Unternehmen summiert sich das zu erheblichen Einsparungen;
  • Längere Lebensdauer: Da Thin Clients keine Festplatten oder andere beweglichen Teile haben, ist ihre Lebensdauer im Durchschnitt mehr als doppelt so lang wie die von herkömmlichen Desktop-PCs, die in der Regel aufgrund der Entwicklungen in der Rechengeschwindigkeit, Speicherkapazität und Funktionalität nach drei bis fünf Jahren obsolet werden;
  • Geringerer Rohstoffeinsatz: Die Herstellung eines Computers erfordert Metalle, Kunststoff, Wasser, Strom und Chemikalien. Thin Clients enthalten weniger Komponenten, die ja nicht nur gestellt, sondern am Ende des Produktzyklus auch wieder entsorgt werden müssen. Dieser Effekt kommt umso mehr zur Geltung, als Thin Clients über einen längeren Zeitraum genutzt werden, so dass wesentlich seltener eine Ersatzbeschaffung stattfindet.

Thin Clients und eine entsprechende Desktop-Virtualisierung sind so nicht nur eine sehr wirtschaftliche Lösung für Unternehmen, sondern stellen auch einen sehr wirksamen Umweltbetrag dar. In diesem Sinne ist "Thin" tatsächlich das neue Grün.